Mit einer erfolgreichen Bernsteinsuche verabschieden wir uns vom Baltikum

Ich denke, viele Touristen suchen im Urlaub an der Ostsee nach Bernstein. Und wir gehören dazu. Erfolgreich waren wir aber nicht besonders. Auf unserem Weg entlang der Küste von Riga nach Liepaja, wo unsere Fähre ablegt, haben wir vergeblich zwischen Kies und Algen nach den leuchtend gelben Harzstücken gesucht. Erst am letzten Strand sind wir überraschend fündig geworden. Dabei waren wir eigentlich wegen etwas ganz anderem da.

An dem Strand bei Liepaja liegen nämlich verlassene Bunkeranlagen, die langsam ins Wasser absacken. Einige sind mit Graffitis besprüht, andere schon halb unter Wasser wie überflutete Ruinen. Auch der Strand ist voller Trümmer. Und genau dort, in einem Haufen Algen, liegen sie, verheddert im Tang: kleine Bernsteine, glitzernd in der Sonne. Plötzlich finden wir nicht nur einen, sondern viele. Eine ganze Dose voll können wir mit nach Hause nehmen. 

Für uns ist es ein schöner Abschluss unserer Reise durch die Baltischen Staaten, ehe wir auf die Fähre fahren. Sie bringt uns in einem Tag nach Travemünde. Zurück in die Sommerhitze Deutschlands. Zurück zu den vollen Autobahnen und noch volleren Ostseestränden. Ich weiß schon jetzt, dass ich die große Leere vermissen werde. Es ist schwierig, noch Orte zu finden, an denen neben der Straße über Stunden nur Kiefern und Dünen zu sehen sind. Und die noch nicht nur so von Wohnmobilen wimmeln. Das Baltikum war für uns die perfekte Sommerüberraschung — und wird bestimmt auch in Zukunft ein beliebtes Reiseziel für uns sein. 

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