Auf der Hochstraße durch die Karpaten lassen sich die Bären nicht blicken

In den rumänischen Karpaten gibt es eine berühmt-berüchtigte Passstraße — die Transfăgărășan. Berühmt ist sie für ihre Serpentinen und die atemberaubenden Ausblicke auf Berggipfel und Täler, berüchtigt wegen der Tausenden von Braunbären, die in den Karpaten leben und sich häufig entlang der beliebten Touristenrouten zum Betteln nach Essen einfinden. Trotz aller Warnungen haben wir im Oktober jedoch nur einen einzigen Bären gesehen.

Nur ein ganz normaler Ferienstart im Campingbus

Die Ferien haben erst vor drei Tagen angefangen, aber wir sind schon in vier verschiedenen Ländern gewesen. So schnell geht das meistens bei unseren Roadtrips. Doch von vorn. Auf dem Weg durch Bayern haben wir einen Stopp bei der Walhalla nahe Regensburg eingelegt. In Österreich und der Slowakei haben wir unsere Lieblingsspezialitäten eingekauft. Und in Ungarn schließlich gab es eine Höhle zu besichtigen.

Mit einer erfolgreichen Bernsteinsuche verabschieden wir uns vom Baltikum

Ich denke, viele Touristen suchen im Urlaub an der Ostsee nach Bernstein. Und wir gehören dazu. Erfolgreich waren wir aber nicht besonders. Auf unserem Weg entlang der Küste von Riga nach Liepaja, wo unsere Fähre ablegt, haben wir vergeblich zwischen Kies und Algen nach den leuchtend gelben Harzstücken gesucht. Erst am letzten Strand sind wir überraschend fündig geworden. Dabei waren wir eigentlich wegen etwas ganz anderem da.

Internationale Spezialitäten im Backwarenregal

Kulinarisch sind die baltischen Staaten überraschend international. Zumindest wenn man sich die Backwarenregale in den Supermärkten anschaut — für uns immer ein guter Indikator dafür, was die Leute gerne mögen. Zum Beispiel finden sich hier Canelés, eine eigentlich typische französische Spezialität. Oder Zimtschnecken, die besser schmecken als in Schweden. Mancherorts gibt es Empanadas, Teigtaschen mit herzhafter Füllung, wie in Spanien, und die kleinen Puddingküchlein (Pastéis de Nata) aus Portugal.

Mitten drin im Radioteleskop — im lettischen Ventspils

Von der lettischen Landstraße führt mitten im Nirgendwo ein Abzweig in den Wald. Zwischen den satt grünen Bäumen tauchen plötzlich die Gerippe alter Wohnblocks auf, die Fenster leer und dunkel. Noch ein Stückchen weiter dann sind wir da: Am Internationalen Radio-Astronomie-Zentrum Ventspils — einer ehemaligen sowjetischen Radioteleskop-Anlage, die seit 1994 von Lettland zu Forschungszwecken genutzt wird. In den nächsten eineinhalb Stunden erleben wir eine der ungewöhnlichsten Führungen, die wir auf unseren Reisen je gemacht haben. 

Auf Stegen in die wilde Natur

Im Alutaguse Rahvuspark im Norden Estlands gibt es einen hervorragend ausgebauten Wanderweg auf Holzstegen, auf dem wir trockenen Fußes die verschiedenen Entwicklungsstadien eines naturbelassenen Moors erkunden konnten. Mit Kindern ist die kleine Wanderung absolut zu empfehlen, da es viel Spaß macht dem Steg immer weiter in die sumpfige Waldlandschaft zu folgen. Der Höhepunkt ist der große, dunkle Moorsee, wo der Steg im flachen Wasser liegt.