Das Salzbergwerk Slănic etwa 100 Kilometer nördlich von Bukarest ist eins der größten Salzbergwerke Europas. Abgebaut wurde dort bis 1970, seitdem ist die Mine eine Touristenattraktion. Wir haben sie besucht — und waren mehr enttäuscht als begeistert.
Die abenteuerliche Fahrt mit Kleinbussen etwa 200 Meter unter die Erde ist durchaus nervenaufreibend. Und auch der erste Blick in die gigantischen unterirdischen Hallen ist schier unglaublich. Die Decke ist über 50 Meter hoch. An den Wänden sehen wir das sich windende Muster aus Schichten von Salz und Gestein. In regelmäßigen Abständen ist eine kleine Stufe zu erkennen, weil sich die Arbeiter seinerzeit Stück für Stück in die Tiefe gegraben hatten.
Die Luft hier unten hat angenehme 12 Grad und soll dank ihres Salzgehalts sehr gesund für die Atemwege sein. Es gibt viele Picknicktische, Toiletten und ein Café. Auch Minigolf, ein Kino und ein Planetarium. Die kosten aber alle extra. Trotz der Angebote springt der Funke nicht über.
Die Stimmung in den riesigen, düsteren Hallen erinnert uns leider sehr an das verlassene Zwergenreich Moria aus „Herr der Ringe“. Nichts hier wirkt gemütlich oder entspannend. Viel mehr denke ich ständig an die Tonnen von Salz über unseren Köpfen. Dass hoch oben dicht unter der Decke hölzerne Wartungsstege verlaufen, um regelmäßige Kontrollen der Struktur zu ermöglichen, beruhigt mich dabei kaum.
An einer Stelle trennt uns nur ein dürres Geländer von einem Bereich des Bergwerks, wo in der Decke ein Loch klafft und auf dem Boden große Brocken liegen, die offensichtlich herabgestürzt sind. Der Aufzug, der die Besucher früher in die Tiefe gebracht hat, ist seit einem Unfall im Jahr 2014 nicht mehr in Betrieb. Danach kamen die Kleinbusse. Als wir wieder nach oben wollen, müssen wir einige Zeit warten, bis genügend Leute zusammen gekommen sind. Dann endlich dürfen wir fahren. Selten habe ich mich so sehr gefreut, eine Sehenswürdigkeit wieder zu verlassen.
