Die rumänische Hauptstadt Bukarest ist voller Kontraste. Eine Straßenbahn wackelt über schiefe Schienen. Ein bekannter Platz mit Brunnen bleibt hinter Bauzäunen verborgen. Die touristische Altstadt ist voller Restaurants mit Speisen aus aller Welt — und Mitarbeitern, die uns ansprechen, um uns hineinzulocken. Von einer Brücke angelt ein Mann im Brackwasser voller Plastikmüll nach Fischen. Nicht weit entfernt steht eins der größten Gebäude Europas, der Bukarester Parlamentspalast. Davor sind Pavillons aufgebaut, es werden Nummern für einen anstehenden Marathon ausgegeben.
Als wir am Nachmittag losziehen, das Zentrum zu erkunden, fällt die Sonne schräg durch die Kronen der Alleebäume. Überall wimmelt es von Menschen. Es sind Touristen und Einheimische gleichermaßen, die durch die Straßen strömen. Leuchtende Reklametafeln ziehen bald darauf unsere Blicke an, während die Dämmerung kommt.
Ungewöhnliche Snacks
Wir essen typische Snacks aus den Bäckerei-Ketten, die hier an jeder Ecke Filialen haben. Besondere Erwähnung verdient dabei eine Art Döner, bei dem die Füllung komplett in ein rundes Brot eingebacken ist, so dass nichts herausguckt.
In der richtigen Altstadt mit den Kopfsteinpflasterstraßen balgen sich zwei Katzen um ein abgenagtes Hühnerbein. Ein Straßenmusiker spielt an der Ecke. Ein Gebäude ist nur noch eine entkernte Ruine, irgendwo zwischen Zerfall und Renovierung. Viele andere sind herausgeputzt. Das Interieur der Restaurants, die die Gassen säumen ist liebevoll gestaltet, doch die Speisekarten in verschiedenen Sprachen verraten, dass sie keine Geheimtipps sind.
Ein Buchladen besticht mit wunderschönen geschwungenen Treppen. Die meisten Leute darin machen nur Bilder. Wir laufen und schauen und laufen noch ein bisschen weiter. Als es dunkel ist, machen wir kehrt und gehen zurück zum Wohnmobilstellplatz. Es ist ein großer Parkplatz, auf dem man übernachten darf. Vom Trubel auf den Einkaufsstraßen ist er nur durch eine Reihe hoher Wohngebäude getrennt. Für eine Hauptstadt könnte es kaum besser sein. Hier zählt nicht die Ausstattung, sondern einzig: Lage, Lage, Lage.
