Ostern im Erzgebirge mit neuen Bräuchen

Es ist Ostern und für unsere Familie schon fast Tradition mit dem VW-Bus ins Erzgebirge zu fahren, um unsere Verwandtschaft zu besuchen. Doch statt im Auto schlafen wir diesmal lieber in deren Ferienhaus. Als wir ankommen liegt noch Schnee, erschreckend viel, ob der Tatsache, dass wir in Erwartung von Sonne alle Winterjacken zuhause gelassen haben.

Doch ehe wir Ostern feiern, haben wärmere Temperaturen fast alles weggeschmolzen. Das hält die Kinder nicht davon ab, am Waldrand noch nach den letzten Schneeklumpen zu suchen, die grau und traurig auf dem plattgedrückten Gras verblieben sind. Unsere jüngste Tochter ertappe ich dabei, wie sie einen davon genüsslich schleckt wie ein Eis.

Aber zurück zum Osterfest. Da wir auf der tschechischen Seite des Erzgebirges sind, feiern wir doppelt. Einmal nach deutscher Sitte mit Ostereiersuche und einmal auf tschechische Art. Dabei dürfen alle Männer und Jungen sich Weidenruten flechten und damit in der Nachbarschaft den Frauen und Mädchen auf den Hintern klapsen und ein Sprüchlein aufsagen. Das bringt angeblich Glück, Schönheit und so weiter. Im Gegenzug werden Schnäpse (an die Männer), Süßes (an die Kinder) und bemalte Eier (an alle) ausgegeben. 

Ich weiß nicht genau, ob ich enttäuscht oder froh sein soll, dass an diesem Osterwochenende kaum jemand in der Siedlung war und wir auf einem langen Spaziergang nur wenige andere Familien getroffen haben. Geschichten meines Mannes zufolge, der schon als Kind oft über Ostern hier im Ferienhaus war, ziehen bisweilen ganze Scharen von Männern und Kindern mit Ruten durch die Straßen. Die Kinder waren trotzdem angetan von ihrem ersten tschechischen Osterfest. 

Und nicht zu vergessen: Auf dem Weg ins Erzgebirge haben wir wieder ein paar schöne Stopps entdeckt und einen Felsengarten und eine Burg besichtigt.

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